Die Krankenversicherung in der Schweiz – Was man Ihnen nicht sagt
LAMal obligatorisch, Franchisen, Prämien pro Kanton, Zusatzversicherungen. Praktischer Ratgeber mit echten Kosten und Strategien, um CHF 2'000+/Jahr bei Ihren Versicherungen zu sparen.
Die Krankenversicherung in der Schweiz: Was Ihnen Nicht Erzählt Wird
"Ihr Nettogehalt wird ungefähr CHF 5'800 pro Monat betragen."
Als Emma ihr Budget für ihren Umzug nach Zürich berechnete, war sie begeistert. CHF 5'800 netto, minus CHF 1'900 Miete, bleiben CHF 3'900 zum Leben – mehr als komfortabel.
Im ersten Monat in der Schweiz erhält sie ihre Krankenversicherungsrechnung: CHF 450. "Warten Sie, wurde das nicht von meinem Gehalt abgezogen?" Nein. In der Schweiz ist die Krankenversicherung obligatorisch, wird aber separat bezahlt. Emmas reales Budget: CHF 3'450, nicht CHF 3'900.
Diese Überraschung erwartet die Mehrheit der Neuankömmlinge. Die Schweizer Krankenversicherung funktioniert anders als alles, was Sie wahrscheinlich kennen. Aber sobald Sie das System verstehen, können Sie mit den richtigen Strategien jährlich CHF 2'000-3'000 sparen. Dieser Leitfaden erklärt Ihnen genau, wie das geht.
Schlüsselzahl: Laut Bundesamt für Gesundheit variieren die Krankenkassenprämien für Erwachsene je nach Kanton zwischen CHF 280 und CHF 580 pro Monat – das sind bis zu CHF 3'600 Unterschied pro Jahr, nur weil man woanders wohnt (Quelle: BAG).
Foto von Leeloo The First auf Pexels - Die Schweizer Krankenversicherung erfordert eine aktive Planung
Die KVG: Die Versicherung, Die Sie Brauchen
Der 3-Monats-Countdown
Stellen Sie sich vor: Sie kommen am Montag in der Schweiz an. Am Dienstag melden Sie sich bei der Gemeinde an. Ab diesem Dienstag startet ein unsichtbarer Timer: 90 Tage, um Ihre Krankenversicherung zu wählen.
Woche 1: Sie richten Ihre Wohnung ein, beginnen Ihren neuen Job, entdecken Ihr Quartier. Die Versicherung? "Ich habe drei Monate Zeit, ist nicht dringend."
Woche 8: Immer noch nicht erledigt. Sie erhalten eine Mahnung vom Kanton. "Ok, ich kümmere mich nächstes Wochenende darum."
Tag 91: Ups. Sie erhalten ein offizielles Schreiben. Der Kanton hat Ihnen Helsana mit der niedrigsten Franchise (CHF 300) und dem Standardmodell (dem teuersten) zugewiesen. Prämie: CHF 580/Monat. Sie hätten Assura mit Franchise CHF 2'500 für CHF 320/Monat haben können. Differenz: CHF 3'120 pro Jahr.
Entscheidende Botschaft: Die drei Monate vergehen schnell, wenn Sie sich einleben. Machen Sie es zur Priorität in Woche 1-2, nicht in Woche 12.
Wie Es Wirklich Funktioniert
Die KVG garantiert den Zugang zur medizinischen Versorgung für alle Schweizer Einwohner. Das System basiert auf zwei einzigartigen Prinzipien:
Prinzip 1: Die Leistungen sind überall identisch. Ob Sie CHF 280 bei Assura in Appenzell oder CHF 580 bei Helsana in Genf bezahlen, Sie sind genau gleich versichert. Die KVG-Grundversicherung ist eidgenössisch standardisiert – Ärzte, Spitäler, Medikamente, alles ist identisch. Sie zahlen nur für die Marke und die Verwaltung, nicht für bessere Leistungen.
Prinzip 2: Sie zahlen direkt, nicht über Ihr Gehalt. Jeden Monat erhalten Sie eine Rechnung von Ihrem Versicherer. Sie müssen diese selbst bezahlen. Sie wird nicht automatisch abgezogen wie in Frankreich oder Deutschland. Totale persönliche Verantwortung.
Diese Besonderheit überrascht, hat aber eine Logik: Indem Sie direkt bezahlen, sind Sie sich der tatsächlichen Kosten Ihrer Gesundheit bewusster. Theoretisch fördert dies die Eigenverantwortung. Praktisch erhöht es einfach Ihre monatliche mentale Belastung.
Das Franchise-Spiel: Medizinisches Poker
Die Franchise ist Ihr Starteinsatz im jährlichen medizinischen Poker. Sie wetten auf Ihre Gesundheit.
Die Spielregeln
Jedes Jahr wählen Sie, wie viel Sie bereit sind, aus eigener Tasche zu bezahlen, bevor die Versicherung einspringt. Optionen: CHF 300, 500, 1'000, 1'500, 2'000 oder 2'500.
Je höher Ihre Franchise, desto weniger Monatsprämie zahlen Sie. Aber wenn Sie krank werden, zahlen Sie mehr aus eigener Tasche. Es ist eine Wette auf Ihre jährliche Gesundheit.
Marc, 29 Jahre: Der Zocker
Marc läuft 3 Mal pro Woche, ernährt sich gesund und ist seit 4 Jahren nicht mehr krank geworden. Er wählt Franchise CHF 2'500.
Monatsprämie: CHF 320 (statt CHF 450 mit Franchise CHF 300) Ersparnis: CHF 130/Monat = CHF 1'560/Jahr
Im Jahr 2025 hatte Marc zwei medizinische Konsultationen (CHF 350 total). Er bezahlte alles aus eigener Tasche (unter seiner Franchise). Nettoergebnis: CHF 1'560 gespart - CHF 350 bezahlt = CHF 1'210 in seiner Tasche.
Die Wette hat funktioniert.
Sophie, 29 Jahre: Die Vorsichtige
Sophie, im gleichen Alter wie Marc, wählte Franchise CHF 300 aus Vorsicht.
Monatsprämie: CHF 450 Jährlich total bezahlt: CHF 5'400
Im Jahr 2025, chronisches Rückenproblem. Physiotherapeut, Analysen, Medikamente: CHF 3'200 Kosten.
- Franchise: CHF 300
- Selbstbehalt 10%: CHF 290
Total bezahlt: CHF 5'400 + 300 + 290 = CHF 5'990
Marc mit Franchise CHF 2'500 in der gleichen Situation:
- Prämien: CHF 3'840
- Franchise: CHF 2'500
- Selbstbehalt: CHF 70
Total bezahlt: CHF 6'410
Sophie hat CHF 420 dank ihrer Vorsicht gespart. Aber in den Jahren ohne Probleme (80% der Zeit für Dreissigjährige) gewinnt Marc.
Photo par cottonbro studio sur Pexels - Choisir sa franchise demande d'évaluer honnêtement ses besoins médicaux
Die Zauberformel
So entscheiden Sie mathematisch:
Franchise CHF 2'500 rentabel, wenn: Jährliche medizinische Kosten < (CHF 130 × 12) + (CHF 2'500 - CHF 300) Jährliche medizinische Kosten < CHF 3'760
Einfache Übersetzung: Wenn Sie weniger als CHF 3'760 für jährliche Behandlungen ausgeben, sparen Sie mit der maximalen Franchise Geld. Statistisch gesehen sind 65% der 20-40-Jährigen in diesem Fall.
Mein persönlicher Rat: Wenn Sie jung, sportlich, Nichtraucher, ohne chronische Krankheit sind und CHF 2'500 Ersparnisse für unvorhergesehene Ereignisse haben, nehmen Sie die maximale Franchise. Ansonsten Vorsicht mit CHF 1'000-1'500.
Zusatzversicherungen: Luxus oder Notwendigkeit?
Die obligatorische Krankenpflegeversicherung (OKP) deckt Ihre medizinische Grundversorgung ab. Zusatzversicherungen bieten zusätzlichen Komfort und decken Leistungen ab, die die Grundversicherung ausschliesst. Aber Achtung: Sie sind teuer und nicht immer rentabel.
Laura und Thomas: Zwei Gegensätzliche Entscheidungen
Laura, 34 Jahre, Managerin, CHF 110'000/Jahr
Sie wählt:
- OKP (Grundversicherung): CHF 380/Monat
- Privatabteilung: CHF 280/Monat
- Alternativmedizin: CHF 25/Monat
- Premium-Zahnbehandlung: CHF 45/Monat
Total: CHF 730/Monat (CHF 8'760/Jahr)
Im Jahr 2025 wird Laura für eine geplante Operation für 5 Tage ins Krankenhaus eingeliefert. Die Privatabteilung wird aktiviert: Einzelzimmer, Chefarzt, Hotelkomfort. Sie schätzt diese schwierige Erfahrung, die dadurch erträglich wurde, sehr.
Für sie sind die CHF 280/Monat für die Zusatzversicherung jeden Rappen wert. Psychologisch und finanziell gut situiert, optimiert sie für Komfort, nicht für Kosten.
Thomas, 34 Jahre, Entwickler, CHF 85'000/Jahr
Er wählt:
- OKP (Grundversicherung): CHF 320/Monat (Franchise CHF 2'500, HMO-Modell)
- Keine Zusatzversicherung
Total: CHF 320/Monat (CHF 3'840/Jahr)
Ersparnis gegenüber Laura: CHF 4'920/Jahr. In 5 Jahren sind das CHF 24'600 – genug, um eine Weltreise oder eine Anzahlung für eine Immobilie zu finanzieren.
Thomas setzt auf seine Gesundheit und akzeptiert bei Bedarf die allgemeine Abteilung im Krankenhaus (was in 5 Jahren noch nie vorgekommen ist). Seine Wahl spiegelt seine Philosophie wider: Kosten optimieren, weniger Komfort akzeptieren.
Keine Wahl ist "besser". Es hängt von Ihren Werten, Ihrem Budget und Ihrer Risikobereitschaft ab.
Zusatzversicherungen, Die Sich Lohnen
Halbprivatabteilung (CHF 80-150/Monat): Empfehlenswert, wenn Sie Wert auf Komfort im Krankenhaus legen und ein Hospitalisierungsrisiko besteht (Risikosport, bekannte Gesundheitsprobleme, stressiger Beruf). Rentabel ab einem Krankenhausaufenthalt von 3+ Tagen alle 5 Jahre.
Zahnversicherung (CHF 20-60/Monat): Hauptsächlich rentabel für Familien mit Kindern, die eine Kieferorthopädie benötigen (CHF 5'000-15'000 ohne Versicherung). Für Erwachsene: nur bei chronischen Zahnproblemen. Schweizer haben statistisch gesehen ausgezeichnete Zähne – viele überschätzen ihren Bedarf.
Alternativmedizin (CHF 15-30/Monat): Nur bei nachweislich regelmässiger Nutzung (wöchentliche Akupunktur, häufige Homöopathie). Deckt in der Regel 75% bis zu CHF 3'000/Jahr. Einfache Rechnung: Wenn Sie weniger als CHF 1'000/Jahr für Alternativmedizin ausgeben, ist es nicht rentabel.
Photo par Ivan S sur Pexels - Les complémentaires ajoutent confort et options au-delà de la couverture de base
Die Falle der Zusatzversicherungen
Folgendes wird Ihnen nicht gesagt: Zusatzversicherungen haben einen medizinischen Fragebogen. Wenn Sie bereits gesundheitliche Probleme haben, kann der Versicherer:
- Ihren Antrag ablehnen
- Bestimmte Leistungen ausschliessen
- Einen Zuschlag erheben
Julie wollte mit 45 Jahren eine Privatabteilung abschliessen. Der Fragebogen zeigt ihren Diabetes Typ 2. Klare Ablehnung. Sie hätte sich mit 30 Jahren versichern sollen, als sie gesund war.
Goldene Regel: Wenn Sie jemals Zusatzversicherungen wünschen, schliessen Sie diese jung und gesund ab. Sie können später jederzeit kündigen, aber das Gegenteil ist schwierig oder gar unmöglich.
Unfälle: Automatische Deckung (Oder Fast)
Die Obligatorische Unfallversicherung
Wenn Sie 8 Stunden oder mehr pro Woche arbeiten, versichert Ihr Arbeitgeber Sie automatisch gegen:
- Berufsunfälle (UVG) - 100% vom Arbeitgeber bezahlt
- Nichtberufsunfälle (NBU) - von Ihnen bezahlt (~1.5% des Gehalts)
Diese Versicherung deckt Skiunfälle, Fahrradstürze, Heimwerken, das schief geht, usw. Sie ist solide: 100% der medizinischen Kosten + 80% Ihres Gehalts bei Arbeitsunfähigkeit + Invalidenrente bei bleibenden Schäden.
Das Loch im Netz
Julien arbeitet 6 Stunden/Woche als Student. Sein Arbeitgeber stellt ihm KEINE NBU zur Verfügung (unter der Schwelle von 8 Stunden). Julien geht davon aus, dass er durch seine KVG für Unfälle gedeckt ist.
Skiunfall, komplizierter Bruch, CHF 8'500 Kosten. Seine KVG lehnt ab: "Nicht gedeckt, Sie haben das Modul Unfälle nicht abgeschlossen."
Julien muss CHF 8'500 aus eigener Tasche bezahlen. Hätte er das Modul Unfälle zu seiner KVG hinzugefügt (CHF 45/Monat = CHF 540/Jahr), wäre er gedeckt gewesen.
Wesentliche Überprüfung: Wenn Sie weniger als 8 Stunden/Woche arbeiten, fordern Sie explizit das Modul Unfälle in Ihrer KVG an. Kosten: CHF 40-80/Monat. Das kann Sie vor dem finanziellen Ruin bewahren.
Vergleich der Prämien nach Kanton: Die geografische Ungerechtigkeit
Die KVG-Prämien variieren je nach Wohnort um das Doppelte. Diese Schwankung spiegelt die regionalen Gesundheitskosten wider (Arztgehälter, Spitalinfrastruktur, Demografie).
Das Genfer Paradoxon
Genf hat die höchsten Prämien der Schweiz (CHF 530-580/Monat für Erwachsene). Warum?
Mehrere Faktoren:
- Höhere Arztgehälter (CHF 180'000 Durchschnittsarzt vs. CHF 140'000 anderswo)
- Universitätsspitäler Genf (HUG) teuer, aber exzellent
- Alternde Bevölkerung (mehr Pflege)
- Grenzgänger, die sich in der Schweiz behandeln lassen, aber in Frankreich wohnen (Ungleichgewicht)
Aber hier kommt der Clou: Die Genfer verdienen auch 15-20% mehr als der Schweizer Durchschnitt. Eine Prämie von CHF 580 entspricht 6.2% des Genfer Medianlohns (CHF 9'300/Monat), gegenüber 7.1% in Appenzell, wo die Prämie CHF 300 beträgt, der Medianlohn aber CHF 4'200/Monat.
Relativ gesehen ist Genf vielleicht gar nicht so teuer.
Der Appenzeller Deal
Appenzell Innerrhoden hat die niedrigsten Prämien: CHF 280-320/Monat. Wie machen die das?
Winziger Kanton (16'000 Einwohner), junge und aktive Bevölkerung, ein einziges kleines Spital, sehr effizientes System. Die Appenzeller gehen oft nach St. Gallen für komplexe Behandlungen. Aber für 90% der üblichen medizinischen Bedürfnisse reicht ihr lokales System völlig aus.
Die Rechnung: Wohnen in Appenzell vs. Genf spart CHF 3'120/Jahr allein bei der Krankenversicherung. Auf 20 Jahre sind das CHF 62'400 – genug, um ein kleines Auto zu kaufen oder das Studium eines Kindes zu finanzieren.
Photo par Tima Miroshnichenko sur Pexels - La qualité des soins reste excellente partout en Suisse malgré les différences de primes
Versicherungsmodelle: Ihre Prämie Reduzieren
Das Standardmodell: Maximale Freiheit
Sie gehen zu jedem Arzt, jederzeit, ohne Einschränkungen. Das ist totale Freiheit – und auch die höchste Prämie.
Wer dieses Modell wählen sollte:
- Sie sehen regelmässig mehrere Spezialisten
- Sie wollen die totale Wahlfreiheit behalten
- Der Prämienunterschied stört Sie nicht
Kosten: Volle Basisprämie (Beispiel: CHF 450/Monat in Zürich)
Das Hausarztmodell: Der Beste Kompromiss
Sie wählen einen Hausarzt. Jedes Mal, wenn Sie ein Problem haben, gehen Sie zuerst zu ihm. Er überweist Sie bei Bedarf an einen Spezialisten.
Ersparnis: 10-15% auf Ihre Prämie (CHF 45-68/Monat in Zürich = CHF 540-816/Jahr)
Mathilde hat dieses Modell. Ihr Hausarzt ist ausgezeichnet, kennt sie gut und koordiniert ihre gesamte Behandlung. Für 95% ihrer Bedürfnisse ist dieser Filter keine Einschränkung, sondern ein Vorteil – Kontinuität der Versorgung, bessere Nachsorge. Die 5%, in denen sie direkt zu einem Spezialisten gehen möchte? Ein Anruf bei ihrem Hausarzt genügt für die Genehmigung.
Fazit: Bestes Preis-Leistungs-Verhältnis für die Mehrheit der Menschen. Reale Ersparnis ohne wirkliche Einschränkung.
Das HMO-Modell: Maximale Ersparnis
HMO = Health Maintenance Organization. Sie müssen in ein bestimmtes medizinisches Zentrum gehen, das mehrere Ärzte vereint.
Ersparnis: 20-25% auf Ihre Prämie (CHF 90-113/Monat in Zürich = CHF 1,080-1,356/Jahr)
Der Kompromiss: Die Auswahl ist auf die Ärzte des HMO-Zentrums beschränkt. Wenn Sie Ihren Arzt nicht mögen, können Sie ihn wechseln, aber nur unter den Ärzten desselben Zentrums.
Patrick nutzt dieses Modell seit 5 Jahren. Das Medbase-Zentrum in seiner Nähe ist modern, gut ausgestattet und die Ärzte sind kompetent. Er spart CHF 1,200/Jahr, die er in seine 3. Säule investiert. Für ihn ist die Einschränkung theoretisch – in der Praxis erfüllt das Zentrum alle seine Bedürfnisse.
Fazit: Ausgezeichnet, wenn es ein gutes HMO-Zentrum in Ihrer Nähe gibt. Überprüfen Sie zuerst die Qualität des jeweiligen Zentrums, bevor Sie sich anmelden.
Das Telmed-Modell: Ersparnis vs. Einschränkung
Vor jeder Konsultation müssen Sie eine medizinische Hotline anrufen, die Sie berät und die Konsultation genehmigt oder nicht.
Ersparnis: 10-15% (CHF 45-68/Monat)
Ehrlich gesagt? Dieses Modell frustriert viele Menschen. Sie haben um 22 Uhr Bauchschmerzen, Sie müssen zuerst eine Hotline anrufen, warten, einem Unbekannten am Telefon Ihre Symptome erklären, bevor Sie einen Arzt aufsuchen dürfen.
Sandrine hat dieses Modell 18 Monate lang ausprobiert. Sie sparte CHF 900, gab es aber nach drei frustrierenden Erfahrungen mit der Hotline auf. Für sie war die Freiheit mehr wert als die Ersparnis.
Fazit: Nur wenn das Geld wirklich knapp ist UND Sie geduldig mit der administrativen Bürokratie sind.
Die 2. Säule (BVG): Ihre Rente, Keine Versicherung
Technisch gesehen ist die BVG keine "Versicherung" im klassischen Sinne – es ist eine obligatorische Altersvorsorge. Da sie aber in Diskussionen oft mit Versicherungen zusammengefasst wird, wollen wir das klarstellen.
Was Es Wirklich Ist
Jeden Monat gehen etwa 7-18% Ihres Gehalts (je nach Alter) auf Ihr persönliches BVG-Konto. Ihr Arbeitgeber zahlt mindestens den gleichen Betrag ein. Dieses Geld wird investiert und bis zu Ihrer Pensionierung angespart.
Mit 65 Jahren haben Sie in der Regel CHF 400'000-800'000, je nach Ihrer Karriere. Sie wählen: Kapital auf einmal, monatliche Rente auf Lebenszeit oder eine Mischung aus beidem.
Die BVG ist keine verlorene Ausgabe – es ist IHR Geld, das Sie im Ruhestand erwartet.
Der Trick mit der Auszahlung für den Immobilienkauf
Hier ist ein Geheimnis, das viele nicht kennen: Sie können Ihre 2. Säule beziehen, um Ihren Hauptwohnsitz in der Schweiz zu kaufen.
Alexandre, 38 Jahre alt, hat CHF 140'000 in seiner BVG angespart. Er möchte eine Wohnung für CHF 650'000 kaufen. Mit seinen Ersparnissen hat er CHF 80'000. Ihm fehlen CHF 50'000, um die erforderlichen 20% Eigenmittel zu erreichen.
Lösung: Er bezieht CHF 50'000 aus seiner BVG. Die Bank akzeptiert seinen Antrag. Er wird Eigentümer.
Auswirkung: Sein BVG-Kapital im Ruhestand wird reduziert (entgangener Gewinn von CHF 120'000 an Zinseszinsen über 27 Jahre), aber er ist Eigentümer ohne übermässige Verschuldung. Dies ist ein Lebens-Renten-Kompromiss, den viele Schweizer eingehen.
Strategien, um CHF 2'000-3'000/Jahr zu Sparen
Strategie 1: Jährlicher, Strikter Vergleich
Nehmen Sie sich jeden Oktober 30 Minuten Zeit:
- Gehen Sie auf Priminfo.ch
- Geben Sie Ihren Kanton, Ihr Alter und Ihre aktuelle Franchise ein
- Sortieren Sie nach steigendem Preis
- Wenn die Ersparnis > CHF 50/Monat beträgt, wechseln Sie!
Sarah macht das seit 5 Jahren gewissenhaft. Sie hat 3 Mal den Versicherer gewechselt. Kumulierte Ersparnisse: CHF 4'200. Investierte Zeit: 2.5 Stunden insgesamt. Das sind CHF 1'680/Stunde – kein schlechter Stundensatz.
Strategie 2: Dynamische Franchise
Passen Sie Ihre Franchise an Ihre jährliche Situation an.
Jung und gesund (25-35 Jahre): Franchise CHF 2'500 Baby-Projekt: Wechseln Sie im Jahr davor/währenddessen auf CHF 300 (Mutterschaft = hohe Kosten) Geplante Operation: Senken Sie Ihre Franchise im Vorjahr Rückkehr zur Gesundheit: Erhöhen Sie wieder auf CHF 2'500
Achtung: Ein Franchise-Wechsel ist nur einmal jährlich zum 1. Januar möglich. Senden Sie Ihren Antrag vor Ende November.
Strategie 3: Kanton-Prämien-Arbitrage
Wenn Sie zwischen zwei Kantonen für Ihren Wohnsitz zögern, beziehen Sie die Krankenkassenprämie in Ihre Berechnung ein.
Beispiel: Zürich vs. Appenzell Ausserrhoden
| Kriterium | Zurich | Appenzell | Differenz |
|---|---|---|---|
| Steuern (CHF 100K) | CHF 22,500/Jahr | CHF 18,900/Jahr | +CHF 3,600 Appenzell |
| Prämie LAMal | CHF 5,040/Jahr | CHF 3,600/Jahr | +CHF 1,440 Appenzell |
| Miete 3p | CHF 30,000/Jahr | CHF 18,000/Jahr | +CHF 12,000 Appenzell |
| Total fix | CHF 57,540 | CHF 40,500 | +CHF 17,040 Appenzell |
Aber Appenzell bietet auch viel weniger berufliche Möglichkeiten, erfordert Deutsch und es mangelt an kulturellem Leben. Ist Ihnen die Ersparnis von CHF 17'040 das wert? Das müssen Sie je nach Ihren Prioritäten entscheiden.
Strategie 4: Subventionen Prüfen
Wenn Ihr Einkommen bescheiden ist, haben Sie automatisch Anspruch auf eine Prämienreduktion. Aber einige Kan### Betrag der Entschädigungen
Wenn Ihr Einkommen bescheiden ist, haben Sie automatisch Anspruch auf eine Prämienreduktion, die vom Kanton bezahlt wird.
Caroline, Familie mit 4 Personen, kombiniertes Einkommen CHF 68'000 in Vaud, erhält CHF 520/Monat Kantonsbeitrag. Ihre gesamten Familienprämien (CHF 1'450/Monat) werden auf effektive CHF 930 reduziert. Diese Hilfe macht für ihr Budget den ganzen Unterschied.
Wichtig: Der Beitrag wird automatisch über Ihre Steuererklärung berechnet. In den meisten Kantonen ist kein spezieller Antrag erforderlich. Aber überprüfen Sie es – einige Systeme haben Fehler und vergessen Anspruchsberechtigte.
Ihr Aktionsplan in 3 Schritten
Diese Woche: Abschliessen oder Optimieren
Wenn Sie gerade erst angekommen sind: Gehen Sie auf Priminfo.ch, geben Sie Ihren Kanton ein, vergleichen Sie die Versicherer, wählen Sie die Franchise entsprechend Ihrer Gesundheit und schliessen Sie ab. Total: 45 Minuten.
Wenn Sie bereits versichert sind: Notieren Sie sich das Datum im Kalender für nächsten Oktober "Versicherungen vergleichen". Jedes Jahr, systematisch. Leute, die das tun, sparen durchschnittlich CHF 500-1,500/Jahr.
Diesen Monat: Überprüfen Sie Ihre Deckungen
Schauen Sie sich Ihre aktuelle Versicherungspolice an. Was genau haben Sie? Nur die Grundversicherung (LAMal)? Zusatzversicherungen? Welche?
Fragen Sie sich: Brauche ich wirklich diese Privatabteilung für CHF 200/Monat, die ich seit 3 Jahren bezahle, ohne jemals im Krankenhaus gewesen zu sein? Oder: Sollte ich eine Zahnzusatzversicherung abschliessen, bevor meine Kinder eine Zahnspange benötigen?
Optimierung = Ihre Deckungen an Ihre tatsächlichen, nicht theoretischen Bedürfnisse anpassen.
In Drei Monaten: Evaluieren
Machen Sie nach 3 Monaten in der Schweiz eine Bestandsaufnahme. Ist Ihre Prämie tragbar? Sind Sie mit Ihrem Versicherer zufrieden (Kundenservice, Schnelligkeit der Rückerstattungen)?
Wenn etwas nicht stimmt, notieren Sie es. Ein Wechsel ist zum 1. Januar des Folgejahres möglich, wenn Sie vor Ende November kündigen.
Wichtige Punkte, die Sie beachten sollten
Die Schweizer Krankenversicherung ist obligatorisch, bietet aber viele Optimierungsmöglichkeiten für diejenigen, die das System verstehen. Drei wesentliche Prinzipien: Erstens sind die Leistungen der Grundversicherung (LAMal) überall identisch – zahlen Sie das Minimum, indem Sie jeden Oktober systematisch auf Priminfo.ch vergleichen (potenzielle Einsparung CHF 500-1,500/Jahr). Zweitens passen Sie Ihre Franchise an Ihre tatsächliche Gesundheit an – junge, gesunde Menschen sparen CHF 1,200-1,560/Jahr mit einer Franchise von CHF 2,500, aber das ist eine Wette, die im Falle eines Problems teuer werden kann. Drittens sind Zusatzversicherungen ein Luxus, keine Notwendigkeit – schliessen Sie sie nur bei tatsächlichem Bedarf und immer jung/gesund ab, um Ablehnungen oder Ausschlüsse zu vermeiden.
Vergessen Sie niemals: Diese Prämie von CHF 300-580/Monat kommt zu Ihren Ausgaben hinzu und wird nicht vom Gehalt abgezogen. Integrieren Sie sie von Anfang an in Ihr Budget, um die böse Überraschung von Emma zu vermeiden.
Offizielle Ressourcen
- Priminfo.ch - Offizieller KVG-Vergleich des BAG - Offizielles Tool zum Vergleich aller KVG-Prämien nach Kanton und Versicherer
- OFSP - Bundesamt für Gesundheit - Offizielle Informationen zum Schweizer Gesundheitssystem
- CH.ch - Portal der Versicherungen - Umfassender praktischer Leitfaden zu Ihren Rechten und Pflichten
- Comparis - Unabhängiger Vergleich - Detaillierter Vergleich mit Benutzerbewertungen
- Groupe Mutuel - KVG-Leitfaden - Vollständige Dokumentation eines grossen Versicherers
- Assura - FAQ - Häufig gestellte Fragen zur Krankenversicherung
- Ombudsmann der Versicherungen - Hilfe bei Streitigkeiten mit Ihrem Versicherer
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